 | Der jiddische Liebes- und Abenteuerroman „Paris un Wiene“, verfasst vermutlich von dem Hebraisten Elia Levita um die Mitte des 16. Jahrhunderts, zählt zu den geistreichsten, ästhetisch anspruchvollsten Erzähltexten der Frühen Neuzeit und ist zugleich das Produkt einer einzigartigen Kultursymbiose. Erst vor kurzem ist er dank einer Transkriptions-Edition allgemein zugänglich gemacht worden. Die Studie von Armin Schulz ist komparatistisch angelegt. Ihren Hintergrund bilden u.a. andere Fassungen des weitverbreiteten Stoffes (französisch, italienisch, mittelniederdeutsch), die Gattungstradition des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Liebes- und Abenteuerromans sowie die deutschen Prosaromane des 16. Jahrhunderts. Das Interesse richtet sich zunächst auf die Poetologie des Textes: auf die Inszenierung von Fiktionalität, auf die raffinierte Selbstthematisierung des Erzählvorganges und der Erzählerfigur, die erkennbar nach dem Vorbild Ariosts entworfen ist. Die zweite Hälfte der Untersuchung ist dem Projekt einer „Historischen Anthropologie“ verpflichtet; es geht hierbei um die im Text entworfenen Konzeptionen von „Liebe“, „Körper“, „Identität“ und „Wahrnehmung“ und deren Verortung in der zeitgenössischen Literatur. Paperback, 104 Seiten
9,90 EUR inkl. 7 % MwSt. Art-Nr.: 01-3175  |